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Porenbeton-Fachtagungen zur Bemessung von Mauerwerk nach neuer Europäischer Norm Eurocode 6

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Seit Juli 2012 lösen auch in Deutschland die Eurocodes die DIN Normen bei der Bemessung ab, der Eurocode 6 für die Bemessung und Ausführung von Mauerwerk gilt vorerst über eine Gleichwertigkeitserklärung. Die Neuerungen, die sich aus seiner bevorstehenden bauaufsichtlichen Einführung für Mauerwerksbemessungen ergeben, waren Thema von vier Septembertagungen des Bundesverbandes Porenbeton. Mit diesen von Ingenieuren, Architekten, Fachleuten der Baubranche und Studenten gut besuchten Veranstaltungen in vier Städten hat der Bundesverband die Tradition seiner Fachtagungen wieder aufgenommen.

Flassenberg kleinKomplexes Regelwerk mit länderspezifischen Besonderheiten

Das komplex erscheinende Regelwerk mit europäischen Vorgaben und nationalen Randbedingungen wurde in mehreren Vorträgen den alten DIN Bemessungsvorschriften gegenübergestellt und mit vergleichendem Praxisbezug betrachtet. "Der Eurocode 6 mit seinen Nationalen Anhängen ist nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick aussieht", schätzte Dipl. Ing. Georg Flassenberg, Geschäftsführer des Bundesverbandes Porenbeton und Mitglied in zahlreichen Normenausschüssen, ein. Bisher war Deutschland ein weißer Fleck auf der Eurocode-Landkarte, da bis zum 1.7.2012 zahlreiche DIN Normen bei der Bemessung galten. Die Eurocodes lassen länderspezifische Besonderheiten zu, die in den jeweiligen Nationalen Anhängen geregelt sind.

Bauaufsichtliche Einführung 2013/2014 erwartet

Da für den Eurocode 6 noch abschließend die nationalen brandschutztechnischen Regelungen und das Umschreiben der bestehenden Mauerwerkszulassungen abgearbeitet werden müssen, wird seine bauaufsichtliche Einführung für 2013/2014 erwartet. Bis dahin gilt die von der Fachkommission Bautechnik herausgegebene Gleichwertigkeitserklärung, das heißt, Bauteile können entweder nach alter DIN 1053 oder nach neuem Eurocode 6 bemessen werden. Ein Mischungsverbot besagt, dass Bauteile, an die gleichzeitig statische wie brandschutztechnische Anforderungen gestellt werden, nicht in einem Teil nach alter DIN und in einem anderen nach Eurocode bemessen werden dürfen. Allerdings kann sich ein Bauwerk aus nach unterschiedlichen Verfahren bemessenen Bauteilen zusammensetzen. An Beispielen für die Ausführung von Porenbeton beleuchtete Flassenberg die anzusetzenden Baustoffkennwerte nach EC 6 und DIN 1053 im Vergleich. So gibt es nach wie vor vereinfachte Nachweisverfahren mit den dazugehörigen Kennwerten, u. a. für Druck-, Zug- und Schubfestigkeit. "In vielen Fällen", so orientierte er, "stellt der Eurocode bei den Anforderungen an die Ausführung nichts Neues im Vergleich zur DIN dar. Lediglich bei den Baustoffkennwerten, vor allem bei der Ermittlung der jeweiligen zulässigen Mauerwerksdruckfestigkeit ist eine Umstellung zu beachten."

Hauer kleinErster Blick in den Nationalen Anhang

"Nehmen Sie immer zuerst die Nationalen Anhänge in die Hand und gehen Sie erst dann in die Eurocodes hinein", empfahl Dr. Ing. Markus Hauer, Geschäftsführer des Büros für Baukonstruktionen GmbH Karlsruhe und Mitarbeiter in den Normenausschüssen für Mauerwerksbau. Leicht und sicher könne die Bemessung von Porenbetonmauerwerk erfolgen und auf relevante Punkte reduziert werden - auch wenn die europäischen Vorgaben und die nationalen Randbedingungen zunächst verwirrend erscheinen. Für eine Reduzierung von erforderlichen Zulassungen wird die jetzt ebenfalls enthaltene Bemessung von Planelementemauerwerk sorgen. Neu bei der Bemessung ist die Berücksichtigung der teilweise aufliegenden Deckenplatte.

Eurocodes seit drei Jahrzehnten in Arbeit

Seit den 80er Jahren wird bereits an den Eurocodes gearbeitet, die erste 1996 als Gelbdruck erschienene Probenorm und die deutsche DIN 1053 enthielten den Arbeitsstand der europäischen Diskussion. "Im Weißdruck 2006 steht bereits viel drin, was jetzt normaler Umgang mit dem EC 6 wird." Die meisten Regelungen sind unverändert übernommen. Vereinfachte Verfahren für die Bemessung von Mauerwerk für Gebäude bis zwanzig Metern Höhe oder für Häuser mit höchstens drei Geschossen bleiben erhalten, schnelle Formeln stehen zur Verfügung. Darauf, so betonte Hauer, hätten die deutschen Vertreter im europäischen Normungsausschuss gedrungen. Hinweise für die Praxis stünden bereits zur Verfügung. Jetzt sprechen die Eurocodes für mehr als 20 EU-Länder eine einheitliche Sprache.

Sonderfall Brandschutz

Brandschutz bildet in Deutschland einen Sonderfall. Die brandschutztechnische Bemessung für Mauerwerk erfährt durch den Teil 1-2 des EC 6 und die Überarbeitung des Bauteilkataloges für den Brandschutz DIN 4102-4 Veränderungen. Im bislang noch nicht als Weißdruck erschienenen Nationalen Anhang werden dafür detaillierte, sich an dieser Norm orientierende Regelungen aufgeführt. Gerade beim Brandschutz seien viele Einflussfaktoren zu beachten, erläuterte Flassenberg.

Heinemann kleinBaulicher Brandschutz mit risikogerechten Konzepten

Wie wichtig beim baulichen Brandschutz eine Risikoberechnung und darauf basierend ein adäquates Brandschutzkonzept sind, demonstrierte Dipl. Ing. Jan Heinemann, Sachverständiger für Brandschutz bei der HDI Gerling Sicherheitstechnik GmbH Hannover aus der Sicht eines Industrie-Sachversicherers.
Monatlich werden in Deutschland 15 Großbrände mit einem Schaden über eine Million Euro registriert - "in fast allen Fällen wurde der Brandschutz außer Acht gelassen oder mangelhaft ausgeführt", konstatierte Heinemann. Als brandbegünstigend machte der Sachverständige u.a. falsch hergestellte Brandwände mit vielen Anschlussfehlern, unzureichende Komplextrennungen und Gebäudeabstände, falsch gewählte Bauteile und Baustoffe aus. "Bauausführung, Bauart und Baustoffwerte sind entscheidend." Schon der Einsatz einer Sprinkleranlage könne das Brandrisiko - und die Versicherungsprämie für Unternehmen - erheblich senken. Ein qualitativ risikogerechter Brandschutz erfordere alternative, aufs jeweilige Objekt zugeschnittene Konzepte.

Übersicht gewonnen, Verunsicherung abgebaut

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Fachtagungen zogen eine weitgehend positive Bilanz. "Die Umstellung auf den Eurocode 6 erfordert einiges Fachwissen", sagte Angelika Rösner vom Ingenieur- und Sachverständigenbüro Projektplan Rösner aus Wittenförden bei Schwerin, die sich vorrangig mit Wohnungsbau befasst. "Jetzt habe ich eine erste große Übersicht zum Eurocode 6 gewonnen, die Arbeit selbst bringt dann die detaillierten Fragestellungen."

Gudrun Feuerstake, Ingenieurin bei Town&Country Haus, Berlin, meinte: "Porenbeton ist unser Baustoff. Was für ihn hinter dem EC 6 steckt, beschäftigt mich. Gerade für Einfamilienhäuser ist entscheidend, dass vereinfachte Berechnungsverfahren durchgesetzt wurden. Wichtig auch, dass mit dem neuen Berichtsheft 14 jetzt bereits fachlich gute Literatur mit Berechnungsbeispielen vorliegt."

Dr. Petra Kaiser vom Porenbeton-Verbandsmitglied H+H Deutschland GmbH Wittenborn wertete als zukunftsweisend, dass der Verband fundiertes Wissen zum EC 6 vermittele und sich so in die Öffentlichkeit einbringe. "Verunsicherung wurde abgebaut." B.E.

Fachvorträge der Referenten
Charts komplett:  zipCharts Porenbeton-Fachtagung 2012.zip (20 MB)

Dipl.-Ing. Georg Flassenberg    

Dr.-Ing. Markus Hauer

Dipl.-Ing. Jan Heinemann

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