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Schallschutz mit Mauerwerk aus Porenbeton

  • Schallschutztechnischer Nachweis von Porenbetonbauteilen nach DIN 4109

    Schallschutz hat für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen, die sich in Gebäuden aufhalten, große Bedeutung. Hervorzuheben ist der Schallschutz im Wohnungsbau, denn Wohnraum dient zur Entspannung und zum Ausruhen. Außerdem soll die Privatsphäre des eigenen Wohnbereiches gegenüber den Nachbarn abgeschirmt und somit geschützt werden.

    Die bauordnungsrechtlich nachzuweisenden Mindestanforderungen an den Schallschutz in Wohngebäuden sind in DIN 4109-1 geregelt (Tabelle 1). Die kennzeichnenden Größen sind für die Luftschalldämmung das bewertete Schalldämm-Maß R'w (Wände und Decken) bzw. Rw (Türen) sowie für den Trittschallschutz der bewertete Norm-Trittschallpegel L'n,w. Für Wohnungen, die auch in ihrer sonstigen Ausstattung weitergehende Komfortansprüche erfüllen sollen, können Empfehlungen für einen erhöhten Schallschutz nach DIN SPEC 91314 herangezogen werden (Tabelle 1).

    Tabelle 1: Anforderungen an den Schallschutz im Wohnungsbau – Mindestanforderungen nach DIN 4109-1 und Empfehlungen für einen erhöhten Schallschutz nach DIN SPEC 91314

    Gebäude   DIN 4109-1 DIN SPEC 91314
    Luftschalldämmung R'w,erf , Rw
    dB
    R'w,erf , Rw
    dB
    MFH Wohnungstrennwände ≥ 53  ≥ 55
    Treppenhauswände ≥ 53  ≥ 55
    Wohnungstrenndecken ≥ 54  ≥ 56
    Türen, die von Hausfluren oder Treppenräumen in geschlossene Flure von Wohnungen führen ≥ 27  ≥ 32
    Türen, die von Hausfluren oder Treppenräumen unmittelbar in Aufenthaltsräume führen ≥ 37  ≥ 42
    EFH-RH
    EFH-DH
    Haustrennwände zwischen fremden Aufenthaltsräumen, unter denen mindestens ein Geschoss vorhanden ist ≥ 62 ≥ 67
    Haustrennwände im untersten Geschoss ≥ 59 ≥ 62
    Trittschalldämmung L'n,w,zul
    dB
    L'n,w,zul
    dB
    MFH  Wohnungstrenndecken ≤ 50 ≤ 46
     Decken zu Treppenhäusern ≤ 50 ≤ 46
     Decken von Balkonen, Loggien und Terrassen über Wohnungen ≤ 50 ≤ 49 
     Decken unter Laubengängen ≤ 53
    EFH  Decken ≤ 41 ≤ 38
     Treppen ≤ 46
     Bodenplatte auf Erdreich bzw. Decke über Kellergeschoss ≤ 46 ≤ 41

    Die schalltechnische Qualität eines einschaligen massiven Bauteils, z. B. einer monolithischen Mauerwerkswand aus Porenbeton, ist abhängig von der flächenbezogenen Masse m‘. Die zur Ermittlung des bewerteten Schalldämm-Maßes Rs,w des trennenden Massivbauteils erforderliche flächenbezogene Masse m' wird gemäß DIN 4109-32 unter Berücksichtigung der Schichtdicke d des Baustoffs und seiner Rohdichte ρ berechnet. Die Darstellung der dabei ermittelten Ergebnisse (Abbildung 1) bestätigt das Ergebnis von Untersuchungen in Prüfständen, die ergeben haben, dass Mauerwerkswände aus Porenbeton um etwa 2 bis 4 dB besser bewertet werden können als andere Mauerwerkswände mit gleicher flächenbezogener Masse. Die Ursache dieses schalltechnisch günstigeren Verhaltens ist die sogenannte innere Dämpfung. Dabei wird in Porenbetonwänden im Vergleich zu anderen Wänden ein größerer Teil der Schallenergie in Wärmeenergie umgewandelt.


    Abbildung 1: Bewertetes Bau-Schalldämm-Maß Rw einschaliger massiver Wände in Abhängigkeit von der flächenbezogenen Masse m' nach DIN 4109-32

    Bewertetes Bau-Schalldämm-Maß

    Was bei der Schallschutzbemessung von Mauerwerksbauteilen aus Porenbeton zu beachten ist, stellt ausführlich das Kapitel „Schall“ des Porenbeton-Handbuches vom Bundesverband Porenbetonindustrie e.V. dar.

    Porenbeton-Handbuch, 7. Auflage, Kapitel 7 „Schall“ als PDF ansehen